Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 130
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Freude an Antithesen, hinter denen nichts ist,
das ungezogne Anbrunzen (um des V. Aus»
druck zu gebrauchen) von Gelehrten, die ent-
schieden Verdienst haben— was soll das from^
men:' Erbittern, einnehmen, sehr gute Sa-
chen, recht ihren Gegnern zur Freude, von
höchst schwachen Seiten zeigen — wird es ge-
wiß. Man bestreike doch Meynungen, wider-
lege sie, nicht mit Geschrey und Wortschwall,
sondern setze Gründe gegen Gründe; man beur-
rheile nicht alle nach einem Maßstabe, bedenke,
daß gewisse Instrumente durchaus nicht zu ein-
ander stimmen, und für sich doch vortrefflich
feyn können; vergesse doch nicht, daß Gott kau-
senderley Arten von Menschen in seine Welt
braucht; glaube endlich, daß es ein großes Un-
glück wäre, wenn alle Schriftsteller wie Herder
und Göthe schrieben, so sehr das Genie in
beyden Bewundrung verdient. Endlich —>
Jsts nicht zu beklagen, daß das Schimpfen
beynahe zum Kon ron bey gewissen Echriftstel-
lerrfzu gehören anfangt, daß sie sich Ungezogen-
heiten, der Wahrheit zu Ehren, erlauben, daß
sie mit dem unausstehlichsten Egoismus sprechen,
daß sie durch Affektation und Bifarrerien alles
Gure wieder niedercreren, was vor ihnen auf-
sproßt? Epempel mögen wir nicht anführen,
denn wir möchten bey dem allen nicht, daß un-
sre Leser abgeschreckc würden, eine Schrift zu
lesen, in der sie gewiß viel Wahrheit und
Wärme finden werden.
Noch
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