Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 219
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Schon lange, schreibt Er, bin ich mit dem
Gedanken umgegangen, (der durch die mikrosko-
pischen Entdeckungen einer unsichtbaren Welt fast
mehr, als bloße Vcrmuthung wird,) daß die
Erscheinungen der Epidemien überhaupt sich durch
nichts glücklicher erklären ließen, als wenn man
in dieser mikroskopischen Welt die Ursachen der
Epidemien suchte. Vrele haben schon ähnliche
Murhmasiungcn gcausertundvon meinen gemach-
ten Erfahrungen, welche ich aber von geüblern
Naturforschern wiederholt zu sehen wünschte, hat
mich noch keine auf andre Vermuthungen brin-
gen können.
Daß aber nicht schon Einsichtsvollere Män-
ner diese Bahne mit anhaltender Geduld, und
im Allgemeinen, (denn bey einzelnen Krankheiten,
sonderlich der Menschen, ist schon etwas Ähnli-
ches vermuthet worden) betreten haben, scheint
mir vornehmlich daher zu kommen:
r) Weil sich der gerueine Menschenarzt durchs
Anfällige oder Symptomatische bey Krank-
heiten so leicht verführen läst.
r) Weil der zum Nachdenken und Beobachten
geschicktere Arzt mehr zum Heilen (rufgefo-
dcrt wird, als zum Beobachten, wozu er-
staunlich viel Geduld, BeobachtungSgei»st
und mehr Muse, als ein ausübender Arzt
gewinnen kann, erfodert wird.

5) Wett
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