Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 247
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hält. Herr M. meint, -aß es schwer zu glau-
ben, daß Ravaillac ohne Mitschuldige gewe-
sen sey. R. tritt ihm hierin» bey, und äusser
den von ihm schon angeführten guten Gründen
und Beobachtungen könnte man noch mehrere
finden; aber eine solche genauere Untersuchung
eines einzelnen k'aaki wäre äusser dem Plan ge-
wesen. So wenig wie R. entfernt ist, Hein-
rich IV. nicht für einen so grossen Mann zu
halten, wie er hier geschildert ist, so glaubt er
doch, daß das häufige und fast übertriebene
Lob, so ihm die neueren Franzosen erkheilen,
nicht ganz in dec Ueberzeugung seiner Lobredncc
gegründet ist, hat man nicht mehr diesen Kö-
nig zum Vorwand genommen, um unter der
letzter» Regierung manche Wahrheiten sagen
zu können, welche sonst nicht würden haben
dürfen gefügt werden. Das neun und zwan-
zigste Buch handelt die Geschichte Ludwigs
XUI. ab. Die Erzählung der Begebenheiten
unter dessen Minderjährigkeit und der ersten
Regierungsjahre, die ein Gewebe voll zum
Theil niedriger und kleiner Hofcabalen war,
hat uns wohl gefallen. Umständlicher würde
sie dem denkenden Leser lästig geworden seyn.
Die bekannte Beschuldigungen gegen die Ge-
mahlin Ludwigs Xlll. läßt Herr M- nicht für
wahr gelten. Sie haben freilich keinen Grund
und sehr vieles gegen sich. Immer sichrer ist,
daß der Umstand, welcher hier aus dem
Montglac und dec Motteville erzählt wird,
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