Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 308
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dem melancholischen Temperament; diese Ver-
schiedenheit muß in die Bereitung der Säfte
ein en großen Einfluß haben. Er erläutert die-
sen Satz aus der Vegetation und den verschied-
nen Saften der Pflanzen. Obgleich dieses sehr
scharfsinnig ausgedacht ist, so ließe sich doch
noch verschiedenes darwider einwenden. Hier-
aus läßt sich sehr leicht erklären, warum man
Kindern das phlegmatische, Jünglingen das
sanguinische, Männern das cholerische, und
Alten das melancholische Temperament gemei-
niglich zuschreibt. Der Umlauf des Blurs,
und alle Absonderungen daraus, geschehen bey
dem cholerischen Temperamente geschwinder als
bey anderen; dieses beweist der Verfasser durch
Beyspiele, aus der Struktur der inneren Ein-
geweide, und aus der Beschaffenheit der Säfte,
weitläuftig; welches sich alles auf die vorher
angeführten Satze gründet. Äusser diesen
Kennzeichen zeigt die äusserliche Gestalt das
wirklich cholerische Temperament auch an; und
um dieses recht genau zu bestimmen, weil sich
bey verschiednen anderen etwas von dem chole-
rischen Temperamente beymischt, so erwählt
der Verfasser aus dem Thierreich folgende Bil-
der: nemlich den Löwen, den Bock, den Adler,
den Hahn und den Drachen, welchen an
Gestalt und Handlungen wirklich cholerische
sehr ähnlich sind. Hierauf beschreibt er die
äusserliche Gestalt eines cholerischen, verglichen
Mit der Gestalt eines jeden dieser Thiere;
wor-
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