Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 339
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Rechte werden nach der Reihe durchgegangen,
und gezeigt, was für Strafen sie auf den
Selbstmord gefetzt haben. Dec Unglückliche,
der sich dazu verleiten laßt, mag ihn ganz vol-
lendet haben, oder nicht; er mag ihn aus Me-
lancholie oder mit kaltem Blure; aus Bewußt-
seyn irgend eines "Verbrechens und zur Ver-
meidung einer ihm bevorstehenden Strafender
aus andern Ursachen unternommen haben.
Unter den Beweisen, daß der Selbstmord
dem geossenbarren göttlichen Gesetze zuwider
sey, führt der Herr Verfasser auch dieses an:
Es ward dem Hiob und dem Propheten Io-
nas zur Sünde gerechnet, daß sie unter ihren
großen Leiden den Lag ihrer Geburt verfluchten.
Ihre Sünde würde also gewiß viel größer ge-
wesen seyn, wenn sie sich ihr Leben selbst ver,
kürz Hütten.
Von den Griechen wird aus dem Vale-
rius LNaximus (wenn anders diesem ehrlichen
Manne zu glauben ist) angeführt, daß der
Selbstmord auf der Insel (Los erlaubt gewe-
sen sey; uur habe man vorher dem Senat da-
von Nachricht geben müssen, der dann erst den
Ausspruch gethan habe, ob hinlängliche Grün-
de da wären, die Thar zu erlauben, oder nicht.
Wer diesen Ausspruch nicht abgewarrer, oder
ihm zuwider gehandelt habe, der sey dann nach
seinem Tode als ein Verbrecher behandelt
P r worden.
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