Allgemeines kritisches Archiv — 3.1777

Seite: 67
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777b/0085
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
det man hier nicht; aber wohl riefe Einsichten
und gute Grundsätze, die jungen Leuten nützen
können. Diese Briese sind aber doch in gewis-
sem Betracht neu, denn man hat die Schreib-
art geändert, stakt älterer Gebräuche neuere
Sitten genommen, um den schon vor langer
Zeit gemachten Betrachtungen neue Stärke zn
verschaffen. ' Manchmal ist auch etwas h-nzu-
gesetzr worden. Doch wird man durchgängig
den Charakter des jungen Grafen und seines
ehrwürdigen Vaters, wie auch die Gesinnun-
gen und Leiden seiner zärtlichen und tugendhaf-
ten Gemahlinn, wieder finden. Besonders
haben uns der Letztem ihre Gesinnungen ge-
fallen. Sie beklagt sich in dem 8ten Briefe
des isten Bandes über die Gleichgültigkeit ih-
res Gemahls, und dessen Betragen gegen sie.
Sie rhur dieses gegen dessen Vater, aber auf
eine Art, die ihrem Charakter Ehre macht.
Vor einiger Zeit, spricht sie, gab er mir noch
Beweise seiner Zärtlichkeit, oder eö entwischten
Lhm wenigstens einige wider seinen Willen;
jetzt kostet es mir Mühe, ihm den schwächsten
Ausdruck zu entreissen, und der Undankbare
darf doch nicht mehr darüber erröthen, daß er
mich liebt. — Meine Liebe für ihn hat durch
seinen Leichtsinn nicht gelitten! Aus dem fol-
genden siehet man, daß diese Worte kein weib-
liches Compliment sind. Bisweilen hätte frey-
lich die Sache kürzer gesagt werden können.
Die Anmerkungen stehen, wenn sie kurz sind,
Es . unter
loading ...