Allgemeines kritisches Archiv — 3.1777

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die Schwäche seines Alters nicht verstärket.
„Von den sechs Jahren, fügt er hinzu, die seit
der zehnten Auflage verflossen sind, habe ich nun
drey Jahre ohne Gesundheit, zwischen Schmer-
zen, schlaflosen Nachten, matten Tagen und
einer ununterbrochenen Reihe von allerlei) Lei-
den zugebracht. Wenn die Seele mit der trau-
rigen Empfindung des Verwesens ihres Kör-
pers beschäftigt wird, so find frei lich alsdann
matte Ausdrücke, ungelenke Svlben, halb
richtige Reime nicht mehr solche Uebel für fie,
daß fie die wenigen ihr noch vorgezahlren
Stunden zur Ausbesserung ihrer jugendlichen
Arbeiten anwenden möge; die Ewigkeit hält ihr
den blendenden Begrif ihrer Unendlichkeit vor,
fie ist billig desjenigen einzigen Geschäft, der
auf ihrem Rande geht- — So bescheiden auch
der mit dem Ruhm so vieler andern unvergeß-
lichen Verdienste gekrönte Greis von diesen Ge-
dichten urcheilt, so werden sie doch immer ihren
Werrh behalten und in mehr als einem Be-
tracht wahre Muster bleiben. Für ein Gedicht,
das weggeblieben ist, haben wir doch auch e>n
neues bemerkt. Die Leseareen der altern Aus»
gaben sind als ein Anhang beygefügk. Die
Ausgabe, die wir anzeigen, hat viele zum Theil
artige Kupferverzierungen von Dunkel; eine
andere ist ohne K- abgedruckr. Das Bildniß
des Verf. ist sehr ähnlich.
Kielis. Gel. Zeitung 7tes Stück-
E 4 -2^'
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