Allgemeines kritisches Archiv — 3.1777

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abschneidung, Hurerei) und Ehebruch unge-
straft bleiben. Daher kommt es, daß ein Ita-
lianer viel leichter einen Ehebruch begehet, als
an einem Freyeage Fleisch ißt. So oft er von
Gewissensunrrrhen gequält wird, beichtet er
bis ins Grab, und fahret fort zu fündigen. —
Weltgeistliche, die Pfarreyen suchen, haben
nach vollbrachten Laufe der gymnasiastischen
Studien, wo sie ein bisgen Lateinisch gelernet
haben, sich auf die Theologie gelegt. Die,
welche ihr Brod nur durchs Messelefen verdie-
nen wollen, oder die Kirchenpfründen besitzen,
brauchen nur gewisse kleine Werkgen, worinn
fragweife alle zur priesterlichen Ordination ge-
hörigen Punkte gelehret werden, auswendig
zu lernen. Die meisten studierenden Mönche
halten 6 bis 7 Studierjahre in den General-
studien aus, bezahlen dem Regenten etwas ge-
wisses für das Examen pro forma, und für
das Patent eines Lecrors in der Theologie ei-
nige Scudi zu Nom, gehen damit zurück in die
Klöster ihrer Provinz, und führen ein müssi-
ges und wollüstiges Leben. Andere von meh-
rerm Kopf werden wirkliche b.eÄore8 oder
krotellores in den Generalstudien, und leh-
ren den jungen Geistlichen alle Theile der theo-
retischen Welkweisheit, das kanonische Recht
und die Theologie. Nach 6 bis 7 jähriger
Lehre werden sie nach Rom zum tf.xsmen be-
rufen, und wenn sie darinn bestehen, und die
LxLminscorss-gut beschenkt haben, kommen
sie
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