Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

Seite: 41
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777c/0057
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
den Herrn zu vergnügen; sie ließ Schauspiele
verstellen, deren Freyheit ungebunden war.
Sic war sonst äusserst verschwenderisch: ihre
Wechsel auf die Königl. Casse mußten auf der
Stelle auegezahlt werden, und sie soll achtzehn
Millionen in sechs Jahren vcrthan haben.
Der Graf Jean und das ganze Geschlecht de
B. zog erstaunende Summen. Die Geliebte
nahm sich heraus, in alle Geschäfte sich zu
mffchcn, nur mit Parlemencssachen wollte sie
sich nicht befassen, obwohl der Herzog von
Orleans sie darum bat, mit dem sie aufs ver-
trauteste umgieng. Md. du B. war fehr frey-
gebig gegen Dichter, Tänzer, Schauspieler,
Mahler und andere Künstler. Alles bog sich
vor ihr, nur der Delphin nicht, der unerbitt-
lich ihr abgeneigt war. Voltaire selbst
machte jetzt Verse für sie. Von einem gewis-
sen Morande, der bes Operier cuirsllL Ver-
fasser seyn soll, und der noch ein eigenes die
Gräfin angehendes Werk dem von ihr abge-
schickten Beaumarchais verkaufte. Die letzte
Krankheit Ludwig XV, der die Kinderpocken,
wie man hier sagt, in den Armen der Wollust
empfangen hat. Bordeu, le Monnier und
Martiniere waren die Aerzte. Der Gräfin
Fall, Verweisung und leidlichere Umstände.
Ein offenbar untergeschobener Brief des Gra-
fen Jean.

Gött.gel. Anz. 4« St.
C 5 ^5'
loading ...