Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

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Der Verbrecher ohne seines gleichen und
sein Schicksal, über Psalm ^7, iv-ry.
Gehalten von Joh. Kasp. Lavater, Pfar-
rer in der Waysinhauekirche zu Zürich;
den 29. Herbstmonats 17-6. auf hohen
Obrigkeit! Befehl Bey Anlaß der in
der Nacht am 12. Herbstm. vor dem all-
gemeinen Buß-und Bethtage in der
Grosmünsterklrche verübten Greuel-
that der Vergiftung des heil.Nachtmahl-
weins. Zweyte Auflage. Chur, 1776-
Z5S- in 8.
Von einem Manne, der wie Hr.
ter bey einer glühenden Einbildungskraft / ganz
von der Religion durchdrungen und seiner
Sprache Meister ist, erwartet man, daß er eine
That, welche die Ermordung einer ganzen Ge,
meinde, und noch dazu durch den Genuß des
heil. Abendmahls zur Absicht hatte, in allem ih-
rem Schrecken zeigen werde. In der That ist
auch der erste Theil (der Verbrecher ohne fei«
nes gleichen; der zweyte handelt von seinem
Schicksal) erschütternd Er fangt den Vor-
trag in vollem Feuer an. Meisterhaft mahlt
er das ganze Verbrechen, wie es in der Nacht
verübet worden. Und eben so meisterhaft apo-
sirophirr er den Verbrecher und seine Vater-
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