Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

Seite: 119
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777c/0135
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
stadk. Mehr als alles andre hat uns die An-
wendung S.29.u.s.f. gefallen. „ Man fängt
nicht bey Nachrmahlvergiftungen an, aber man
hört damit, oder auch nicht einmal damit auf:"
Eine feine Bemerkung ist es, daß durch das
viele Reden von diefer ungeheuren Thar, bey
vielen Tausenden die Empfindung stumpf ge-
macht und sie mit Gedanken familiarisirt wer-
den, die sonst nie in ihre Seelen gekommen wä-
ren. Aber im zweiten Thetl sinkt die Rede,
die zu hoch angefangen war; und wird erst ein
Schwall von gehäuften Stellen der Bibel, die
zuweilen wegen der Übersetzung keinen Sinn
haben; (als S- 21. wo über den Verbrecher,
der Verderber rm Frieden kommen soll) und
am Ende Deklamation. Ueberhaupt vergißt
der Redner über dem Verbrecher und seiner
entsetzlichen Thak, die Zuhörer zu sehr, vor wel-
chen und für welche er sprach. Sollte es nicht
auch etwas zu stark seyn, wenn der Hr. Vers.
S- 2z. f. und a. so spricht, als fordere die Hei-
ligkeit und Gerechtigkeit Gottes schlechterdings
die Entdeckung und Bestrafung des Thätcrs?
Wie? wenn ec nun nie bekannt würde? Zu-
weilen stößt man auch auf Ausdrücke die schwer
zu verstehen sind, als S- 26. die j^reyende
Wunden. Zu viel Hyperbaren, Aposiope-
sis, Erklamarisn und neugemachte Worte,
und poetische Prosa; zu viel auffiammende Glut
und zu wenig Licht bemerken wir hier, wie in
allen Produkten des Hrn. Vers. Bloß wegen
loading ...