Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

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zur Mahlzeit ein, und fruqcn sie nach deren En:
bigung erst, woher sie kamen und wer sie wa-
ren. Casar und Tacitus geben den Germaniern
ein einstimmiges Lob der Gastfreiheit. Die feer
räuberischen Mainolten, und die sonst rachsüch-
tiqen Morlacken zeichnen sich noch jezl durch lieb-
reiche Gastfreundschaft ans Aber in dem hei-
tern , von dec Mutter Natur so sehr begünstig-
ter! Orient har die Gastfreiheit ihre wahre Hei-
Math. Hier steigt sie in das erste Welkalrer hin-
auf, und gehr m eine heilige und herrschende
Sitte über, die sich mit dem LTlattonalcbarak-
ter der morgeulandischen Docker vereiniget har.
Vornemlich erscheint sie noch bey den Arabern,
Persern und Türken. Aus Shaw, Pocock,
Arvieur, Niebuhr, Jves werden rührende Bei-
spiele der arabischen Gastfreundschaft angeführet.
Bey diesem kriegerischen Volke, zumal bey den
Beduinen herrscht ein sonderbarer Kontrast. Das
Zelt ist bey ihnen eine heilige Wohnung des Frie-
dens und der Gastfreiheit; die benachbarte Straße
umher ist der Schauplah des Krieges und des
Raubes. Ferguson sagt: ,,Wenn sie aufNaub
ausgehen, ist Ruhm ihr Hauptzweck uud Beute
wird als ein Zeichen des Sieges betrachtet."
Die Gastfreiheit bey den Persern, ist, nach
Chardin, Tavernier und Gmelin, mehr verfei-
nerte Höflichkeit, da sie bey den Arabern mehr
natürliche nur Emfalt verbundene Gutherzigkeit
ist. Aber noch wohlmeinender, gesezlcr, ernst-
hafter und feierlicher ist der Türke in der Gast-
I r freund-
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