Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

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Hast du dich dieser Wett entschwungen?
Lebst, wo Apoll und Amor spricht?
Du hast mein Lob, nicht meinen Dank erzwungen,
Denn heucheln — ach! das kann ich nicht!
Und weil ich das nicht kann (verzeihe
Der Liebe diesen dreusten Blick
Auf solch ein Lied; denn sang es nicht die Treue?)
So nehm ich selbst mein Lob zurück.
Eh deine Stimme durch die Röhren
Des Ohrs / sich in mein Herz verlohr;
Da sang ich gern von Amorn und Cylheren
Mir am Klaviere Lieder vor.
Oft tränkten sie mich nut Vergnügen,
Doch mit Empfindung selten nur;
Denn welches Herz läßt sich so leicht betrügen?
Denn du bist Wahrheit, o Natur!
Du Schönste! hast mich angezogen!
Nur aus der Plunderkammer nicht,
Wo über alle Köcher, Pfeil und Bogen
Oft selbst der Witz ein Vein zerbricht.
Du tränktest mich nicht aus den Bächen
Süßlallender Empfindsamkeit'
Du lehrtest mich nur gute Worte sprechen-,
Wie sie bas Herz dem Munde beut.
Und

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