Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

Seite: 177
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lichem Wuchs gehcmmet und in ausländische
Schnürbrüfte gezwanget.
Wir sind unschlüßig, aus welchem Gesichts-
punkt wir vorstehendes Werk ansehen sollen: ob
als einen Roman für die pohlnische Nation,
oder als eine Unterhaltung für uns Temsche,
denn dazu muß es der Uebersetzer tauglich gehal-
ten haben. Ob dieser Verschuldung verdient der
Dollmerscher eine Weisung, nicht der Verfasser.
Dieser hat in dem Anfänge seines Werks eine
wesentliche Regel beiolget, die ein Häuflein un-
srer Nomanschreibcr erst nach vielfältigen Auf-
forderungen, Klagen und Verweisen der Kunst-
richter in Ausübung bringt: Ec hat in einem
pohlnischen Roman die ersten Auftritte nach Poh-
len verlegt, vaterländische Sitten und vater-
ländische Charactere zu schildern, hie und da
nicht unglücklich, versucht. Sein Leser würde
länger bey ihm aushalten, wenn er fernen Haupt-
helden länger auf varerlandifchemBoden verwei-
len lreße, weil eben sein Aufenthalt in Pohlen
durch Neuheit der Gegenstände den interessante-
sten Theil seiner Geschichte ausmacht; oder mu-
sie er Paris mit dem Golde seines Vaterlandes
bereichern, auf unbekannte Inseln verschlagen
werden u.s-w- so wurde er auch auf seinen Wan-
derungen mehr Theilnehmung erregen, wenn er
seine Nationalphysioguomie behalten und nicht
gegen sehr allgemeine Gesichrszüge umgeseht
haue. Unsrer Einsicht nach, macht es der Be-
Vierter B. M urthei-
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