Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

Seite: 179
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schäft mit den Wissenschaften trugen das ihrige
dazu bey. Schon als ein junges Genie üble er
die Fähigkeiten seines Geistes in der Schule zu
Torgau, und ob er gleich nach der Durstigkeit
der damaligen Anstallen sich da nur schlecht bil-
den konnte, so legre er doch schon im 9ken Jahr
seines Alkers mehr als mittelmäßige Beweise sei-
nes Feißes ab, und drückteden Unterricht, der
von den Lippen des damaligen Hofpredigers, Ma-
gister Georg Spalalin floß, m sein jugendliches
Herz. — Bey den öftern Veränderungen des
HofstatS seines Herrn Vaters, der stch bald zu
Torgau, bald zu Weymar, bald zu Zwickau be-
fand, hatte er Gelegenheit, nützliche Bemerkun-
gen von verschiedener Art zu machen; und da er
frühe zu den wichtigsten Angelegenheiten der Re-
gierung gezogen wurde, ss konnte er das bald
nutzen, was er mit aufmert'amem Geist einge-
sammlet hatte. Er gab nachher seinen Prinzen
ebenfalls eine sorgfältige Erziehung, daß ste in
den frühesten Jahren schon nm besonderm Bey-
fall öffentliche Reden in der Sprache der Römer
in Gegenwart vieler Personen vom hohen Adel
hielten. — Der Verfasser der vor uns liegen-
den Lebensbeschreibung flicht die Geschichte Her-
zogs Moritzens von Sachsen, der nachher un-
ferm unglücklichen Johann Friedrich in der Chur-
würde folgte, mit ein, und thut bey aller Gele-
genheit Seilenbücke auf den Charakter dieses
Herrn, dessen Ehrbegierde und Heldenfeuer stch
m weitaussehenden Planen und Unternehm»«-
M s gen
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