Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

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ZI9

Anfänglich seyen alle Christen an Ansehen ein-
ander gleich gewesen. Die Bischöfe haben sich
nach und nach über die ältesten erhoben, und
Hr. G- bemüht sich, zu zeigen, wie zumal das
Ansehen des Römischen Bischofs gewachsen sey,
ungeachtet des Widerstandes der Afrikanischen,
und Gallikanischen Kirchen. Wie nach und
nach die Christen reich geworden, so daß der Bi-
schof zu Carrhago für eine plötzliche Liebeösteuec
8;o Pf. Sr. zu sammeln im Stande gewesen
sey. Wie die Kirchen zu Einkünften gelangt
seyn, und wie der Gehörsinn gegen die Bischöfe
wichtiger geworden, als die sittlichen Gebote.
Die vermurhliche Anzahl der Christen zu Rom
setzt Hr. G- auf zeoov. Zu Constantins Zers
ten möge der zwanzigste Theil des Römischen
Volks die christliche Religion angenommen ha-
ben, (so daß dieser Kayser eben nicht aus Staats-
klugheit, zu derselben übergegangen seyn muß.)
Warum die Christen mehr verfolgt wordett
seyn, als dieJuden? sie warenvonihremGlau-
ben abgefallen, und die Juden hingegen waren
dabey geblieben: auch die Versammlungen wa-
ren den Römern sehr zuwider. Man habe den
Christen die Aufruhren einiger Juden zugerech-
net, wie Tacitus den Aufruhr des Theudaö.
Wie kann aber der Verf. schreiben, Trajan ha-
be wegen der Christen nichts Verordner gehabt,
und es wären auch keine Gesetze wider sie in
Kraft gewesen: da hingegen des Plinius Wor-
te deutlich solche Strafgesetze LUM Grunde setzen.
Noch
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