Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

Seite: 396
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Die Verfasserin dieser Briefe, welche die
fünf ersten Thelle der in England herausgekom-
nrenen Saiumlung von Briefen und Geschich-
ten ansinachen, schrieb selbige in ihrer Kinder,
stube und für ihre Kinder. Sie hieng ihnen
nur nachher ein anderes Kleid um. Die Er-
ziehung, besonders der Töchter, und die Duellen,
woraus die vornehmsten Fehler des schönen Ge-
schlechts herrühren, ist der Hauprgegenstand die-
ser Schrift. Einige Familienbegebenheiten
sind zum Grunde gelegt, und geben der Ver,
fafferin Anlaß, viel philosophisches, gelehrtes
und witziges darüber zu sagen. Besonders sind
die Briefe der Lady Filmer bisweilen zu hoch
gestimmt. Sehr richtig glaubt sonst diese Da«
me, daß das weibliche Geschlecht etwas der Ge-
sellschaft, mehr sich selbst, wenige Stunden der
Thorheit, und das übrige der Vernunft schul-
dig fty- Ihr Haus glich dem innern Triebwerk
des rhierischen Körpers, da alles in beständiger
Arbeit begriffen ist, ohne daß man eine Bewe-
gung inne wird, indem die äußern Theile ruhen.
Nur hat sie bisweilen zu hohe Gedanken von
den Vorzügen ihres Geschlechts, und zu große
Partheylichke.it für Leute vom Stande, welches
doch die Fr. von Pierpont in ihren Briefen ge-
hörig einzuschranken weiß. Lady Filmer will
das schölte Geschlecht seine wahre Würde und
Bestimmung gern fühlen lassen, sie bietet die
Geschichte selbst dazu auf, und führt eine Men-
ge Beyfpiele großer Tharen und edler Gesin-
nun-
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