Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 54
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777d/0068
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
54

Türkische Briefe des Prinzen von Mon-
tenegro/ Berlin bey Walter 1777- m
8. Zi8 Seiten.
Dieser angebliche Prinz heißt sich im Werke
Stephan Zannowich des Knesen Amon von
Zannowich Chiusa ans Pastor Vecchio Sohn-
und schreibt sich von Budua aus Dalmatien:
er macht sich bald getauft und christlich und
bald türkisch. Durch die weibliche Seite will
er mit dem Scanderberg verwandt seyn. Bald
giebt er sich goO^o Dukaten jährliche Einkünf-
te, und ivQQOo Thlr. an Wechseln, und bald
nennt er siel-armselig, schreibt um Geld, und
bedauert ziemlich viertausend Thlr. um die er
sich in Pharao hat bringen lassen. Er reiset,
und schreibt von Dresden, Potsdam, Paris,
Petersburg. Er hat diese Briefe auf Iralia-
nisch stückweise herauögegeben. Er heißt sich
öfters Osman Bostangi, und schreibt au seine
Mitbürger zu Budua, eine Stadt, die Kad-
mus gestiftet habe. Hier ist er ein Mohame-
taner; aber der Verfasser der angeblichen tür-
kischen Briefe har sich verrathen, indem er von
einem Haupte der heiligen Murrer der musel-
männischen Kirche spricht. Dieser Mutter-
name, und der Namen einer Kirche, sind
den Muselmännern unbekannt. Man opfert
auch keine Melkkühe für der Ottomannen
Wohl-
loading ...