Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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gönnt/ und das Silbergerathe derselben den Lu-
theranern alsdann znm Gebrauch gelassen. In
den vereinigte!: Provinzen sind 60 ordentliche
Luth. Prediger. Nach einem Synodalgesetz
darf nirgend ein Prediger gesetzt werden/ wo
die Gemeine nicht zuverlaßig 2so Gulden auf-
bringen kann. — Die Anzahl der äußerlichen
Glieder der Mennonirischen Kirche wird immer
kleiner, da sich hingegen ihre jetzige Denkungs-
art immer mehr ausbreiret. Sie rheilen sich in
orthodoxe und remonstrantisch denkende Men-
noniten. Letztere lassen die Lehrsätze vom Eide,
den obrigkeitlichen Aemtern und dem Kriegs-
stande aus ihrem Wecrh oder Unwerrh beruhen,
behaupten aber noch fest, einer müsse nur erst
dann getauft werden, wenn er zu Verstände
und Unterricht im Christenthum gekommen sey.
Sie halten die h. Schrift für die einzige Morm,
verwerfen alle Glaubensbekenntnisse, erlauben
volle Freyheik im Denken, weisen von ihrem
Nachtmahl keinen weg, und predigen nur eine
allgemeine christliche Religion. Die orthodo-
xen Wiedertäufer kommen mehr mit den Ne-
formirken überein, äusser in der Lehre von der
allgemeinen Gnadenwahl und in ihren eigen-
rhümlichen vier Artikeln vom Eide, obrigkeitli-
chen Aemrern, Waffentragen und Kindermu-
fen, sie haben gewisse Glaubensbekenntnisse, und
in Amsterdam eine Kirche von beynahe 420
Gliedern. Die Anzahl der Arminianer wird
in Holland immer kleiner, und sie werden m
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