Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 156
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Raum unsrer Blatter erlaubt uns nicht, uns
in eine nähere Prüfung des Ganzen ein-mlassen,
noch auch ausführliche Proben anzuführen.
Wir wollen bloß die Ueberfetzung und Erklä-
rung des 9ten und roten Verses im z. Kapi-
tel zur Rechtfertigung unsere Urtheils herfetzen.
Die Übersetzung lautet so: „Der König Sa-
lomo hat sich ein Hochzeitbette vom Holze Liba-
non gemacht. Die Säulen desselben machte er
von Silber, den Boden von Gold, die Decke
von Purpur, das Innerste war von der Liebe
der Töchter Jerusalems bereitet." — Und nun
die Erklärung: „ Der Heils-und Friedensfürst
Hal fein Grab zu einem Hochzeicbetke mit feiner
Gemeine gemacht. Die Säulen, als den Grund
und ersten Anfang der Zubereitung desselben,
hat er von dem ersten weissen Licht der neuen
Zeit, von den Verkündigungen der Propheten,
gemacht; den Boden, worauf die Betten und
Küssen gelegt werden, von dem nähern Anbruch
dieses Lichts, und daß sein verstorbner Leib, wie
auch demnächst die Leiber seiner Gläubigen, aus
der Erde verherrlicht auferstehen sollen; die
Decke von königlicher Würde in seinem Blute.
Die inwendigen Betten waren von der Liebe
der Engel und himmlischen Geister zurecht
gelegt."

Beyrrag ;um Hamburg. Corresp.
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