Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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würde andern als die Erfindung des Eigennu-
tzes Vorkommen — und gebe meinen herzlichen
Bevfa l dieser sonnenklaren Sentenz. — Aber
nun frag' ich: ist jenes Faktum, wenn Gott
den Israeliten befohlen Harke, von den Aegvp-
riern goldne und silberne Gerüche zu borgen, und
nicht wieder zu geben, vermöge desselben anstös-
sig? — Was hat dies Faktum mit der Are
und Weife gemein, wie die Menschen im gemei-
nen Leben den Vorschriften der Religinn gemäß,
in Ansehung der Zueignung des Eigenthums
anderer verfahren sollen? — So viel ich abse-
he, gar nichts. Denn hier ist ausdrücklicher
Befehl Gortes/ sich in diesem einzelnett
Felde, eines Eigenthums der Aeqyptier auf ei-
ne vorgeschriebene Welse zu bemächtigen: —
giebt uns das Vorschrift auf unser tägliches Le-
hen? — Es kan daraus weiter nichts gefolgert
werden, als, wenn wir, so wie die Israeliten,
in einem Falle ausdrücklichen Befehl hätten,
uns des Eigenthums des Andern, auf eine vor-
geschriebene Weise, zu bemächtigen; so könnten
wir's khun. — So ist's mit allen einzelnen
ausdrücklichen Befehlen Gottes, die in der Bi-
bel Leuten gegeben worden sind, sich auf die und
die Arc eines gewissen Eigenthums Anderer zu
bemächtigen — z. B- mit der den Israeliten
befohlnen Einnahme von Kanaan. — Dar-
aus folgt weiter nichts, als wenn fetzt irgend
sin Regent ausdrücklichen göttlichen Befehl
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