Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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den zu haben, dessen wahre Meynung Herr
Professor Meier in seiner Psychologie §. 48k'.
Seite za. vor allen andern in das heüeste Licht
setzt. Selbst dasjenige, was Herr Tiedemann
hier wider Leibnitzen verbringt, ist unfers
Erachtens für ihn- Er sagt, unsere stnnli-
chen Vorstellungen richteten steh nach
dem Ort, den der Aorper in der Weik
elnnimmt / und unsere Vorstellungen wä-
ren unserm Organenbau gemäß- Gut,
aber noch lange nicht genug. Diese sinnlichen
Vorstellungen brauchen wir nun weiter als ei-
nen Stoff und und Grundlage zu andern Vor-
stellungen , Urtheilen und Schlüssen. Die
Vorstellungskraft der Seele geht mit ihnen
von dem Orte weiter fort, und kann nach und
nach, wie Herr Tiedemann sagt, den ganzen
Erdkreis durchwandern, ohne daß der Körper
sich von der Stelle bewegt. Eben so machen
wirs auch, wenn wir, (um das zweyte von
Herrn Tiedemann angeführte Exempel beyzu-
behalten, ) mit Lavarern jenseits des Grabes
hinüberstieqen, und uns vorstellen, wie und
was wir dorr seyn werden. Unser Körper ist
immer der Gesichtspunkt, aus welchem die
Seele in die Welt hinein sieht; und sie sieht
jedesmal so weit in dieselbe hinein, als sie
durch einige aus der unzahlichen Menge der auf-
fern Dinge, die auf irgend eine Weife mit ih-
rem Körper in Verbindung oder Verhaltniß
siehen/ veranlasset wird. So fern immer ei,
rüge
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