Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 399
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rigsten Stücken zwischen mehreren Spekulato-
ren sollte sie vorsichtig machen und die Erfah-
rung/ daß die grossentheils an sich gegründeten
Spekulationen eines Zeftn, Bellin undBursch-
ky wegen ihrer großen Abweichungen von dem
gemeinen Gebrauch so gänzlich vergessen sind,
sollte sie vollends davon abhasten und überzeu-
gen/ daß dergleichen Verbesserungen nur nach
und nach zu Stande kommen können und zwar
durch die guten Schriftsteller selbst/ nicht aber
durch die Grammatiker, die vielmehr nach den
Vorschriften und Mustern eines Klopstock,
Adelung und Heynatz nur den Gebrauch aus
jenen sammeln müssen. Auch gehen die Herren
Verfasser in dem Patriotismus für ihre ober-
reutsche Mundart zu weit, wenn sie schlechter-
dings wollen/ daß sie vom Hochteutschen nicht
verschieden seyn soll und sfr noch streiken, ob
der Gebrauch in diesem richtig sey/ und ob die
Abweichung ihrer Mundart und Rechtschreibung
Mir Recht getadelt werde. Alles ihr Schreyen
über Machtsprüche der Sachsen und Despotis-
mus/ daß man die Mundarten hören solle und
ihnen keine Vorwürfe des Provincialismus ma-
chen müsse, wird es nicht ausmachen. Denn
die Natur der Sache bringt mit sich, daß eSbey
dem bleiben wird und muß/ was durch den Ge-
brauch der mehresten guten Schriftsteller ein-
mal festgesetzt ist. Sie kommen also mit ihren
Einwendungen zu spät und müssen billig dem
früher gebildeten nördlichen Deutschland auch in
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