Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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zosen, weil sie dieses Vom Holwell beschriebene
Paradies nicht kennen. Einen Sprachmetster
Martinelli macht V. lächerlich: der Mann mag
jn seiner Ausgabe des Dante von den Französi-
schen Dichtern nicht mit genügsamer Ehreroie-
tung gesprochen haben. Ern Gespräch des
Maximus von Madaura, worinn Sophrony-
muö seinen den Tod fürchtenden Freund mit der
Versicherung tröstet, daß er nach dem Tode
nichts fühlen werde. Dieser Sophronymus
kömmt uns wie ein leibhafter V. vor, dessen Re-
ligion darin» besteht, daß er einen verständigen
Schöpfer erkennt, aber vom zweyten Leben
nichts weiß, oder vielmehr glaubt, die Seele
müsse mit unfern zerstörten Werkzeugen der Sin-
nen aufhören, zu feyn, Zur Bestrafung des
Bösen nimmt V. nichts an, als die Nachreu,
eben wie das 8Mems 6s la narure, und folg-
lich blieb ein recht ruchloser Bösewicht völlig un»
gestraft, der keine Nachreu kennt. Bald dar-
auf verfällt V. völlig auf den Fatalismus, und
die Uebelthaten sind Gottes Werk. Die Briefe
des damaligen Chevalier und nunmehrigen
Marquis von Bouflers- Es ist lächerlich, daß
der Dichter es dem Herrn von Haller übel
nimmt, daß er gegen den von V. keine Eifer-
sucht bezeigt hätte. Sollte die Eifersucht der
Dichter und der sogenannten schönen Geister in
Frankreich nunmehr eine Tugend geworden feyn?
Einige lockere Stellen stehen in den Briefen des
Ritters an feine Frau Mutter. Andere Briefe
von
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