Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 406
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die Leler, für die ich eigentlich nicht schreibe;
desto lehrreicher, hoffe ich, desto unterhaltender
für die, denen diese Versuche bestimmt sind."
Die Weitlauftigkeit seiner physiognomischen Ar-
beiten und selbst das Unternehmen über Phy-
siognomik zu schreiben, wird gerechtfertigt.
„Es ist oft schwer, anzufangen, aber noch
schwerer oft, anfzuhören. Ich hab ein Werk
angefangen, dessen Ende unmöglich ist. Man
mag über Physiognomik schreiben so viel man
will; man hat immer so viel als nichts darüber
geschrieben. Jedes Menscheugesicht — ein
unerschöpfliches Meer! Was wird eine Nation
seyn? Ein lebendes Menschengeschlecht? Was
die ganze Menschheit? — Also! Em heisser
Seufzer — und wieder die Hand an den
Pflug! Ich wiederhole es: Ich bin unaus-
sprechlich unbescheiden, daß ich über Physiogno-
mik schreibe — aber, ich weiß noch nieman-
den, der drüber, wie ichö wünsche, schreiben
würde, — wohl manchen, derer könnte —
darum muß ich geben, was ich empfangen habe,
so gut ich aus meiner täglich mich mehr drücken-
den Armurh geben kann." Nun noch ein An-
liegen. „Eines noch — Menschenfreunde!
Litteratoren; Bücherrichter! Jünglinslehrer —
Verhütete doch, so viel ihr könnt, daß uns un-
geübte physiognomische Schwätzer, die nichts se-
hen, oder nur ha!b, oder schief sehen, denen
man nicht auf jedes Wort nut der Empfindung
nachtreten kann daß diese durch ihr Ge-
wäsch
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