Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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in Italien, Deutschland/ Engelland hergekom-
men, was diese Unglücklichen für Gründe ihres
Rechts angegeben, was die ihnen geraubte Ehe-
gattinnen für Schicksale gehabt, das wünschten
wir in einem bessern Licht zu sehen, als ihm bis-
her geschenkt worden. Nächstdem hätte die
Ünpartheylichkeit erfordert, die entsetzlichen
Folgen dieser Gesetze ehrlich zu erzählen, die
Klagen, die allgemeinen Klagen über die Un-
zucht der Geistlichen, die erlaubten und uner-
laubten Mittel, diese Klagen zu mildern. Nicht
zu verschweigen. Den bekannten Brief des
H. Ulrichs hat Z. nicht vergessen, und in der
Vorrede das verbessert, was er im Buche sehr
übereilt gesagt. Im polemischen Theit werden
zuerst die gewöhnlichen Gründe der römischen
Kirche wiederholet; dann auf die Einwürfe der
Gegner Antworten gegeben. Denen, welche
den Cälibar für den Staat schädlich achten, weil
die Bevölkerung gehindert werde, setzt er den
Zwang zu Kriegsdiensten entgegen; daraus
aber folgt doch Nichts werter, als daß die rö-
niischckarholischen Länder mit zwey Hindernissen
der Bevölkerung zu kämpfen haben. Daß die
Ehe der Geistlichen den Protestanten Vortheile
gewähre, leugnet er völlig, mit unerwarteter
Unwissenheit. Doch die Parallele zwischen
den Beschäftigungen eines evangelischen und
katholischen Pfarrers, um daraus zu schliessen,
daß zwar jener, nicht aber dieser zum Ehestand
Zeit habe, ist noch mehr Unwissenheit. Zuletzt
wirft
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