Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 439
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unwichtig, als daß wir sie zu erfahren zwei-
große Oktavbande sollten durchlesen wollen. Al-
lein wenn ich offenherzig genug bin zu sagen:
Ein Leben des Kardinals/ höchstens von etwan
12 Bogen, mit aller biographischen Kunst und
Präcisiou; ein Leben, in dem man bloö OßatS
Thatsachen erzählt hatte, ohne sich darauf einzu-
lasten, jeden detaillieren Schritt nachzuerzählen,
den er zur Erreichung einer solchen oft unbe-
trächtlichen Thatsache khun muste; ein Leben irr
dem nur die wichtigsten Traits seiner feinen,
schlauen und oft sehr tief versteckt liegenden Po-
litik, im Hellesten historischen Lichte gezeigt wor-
den waren; — wenn sage ich ein solches Leben,
nicht allein dem Geschmack des lesenden Publi-
kums ungleich angemessener, sondern auch in
sich selbst ungleich nutzbarer gewesen wäre; so
kann ich doch darum das vor mir liegende nichts
Minder denn verachten. Es ist, wie schon ge-
sagt, mit sehr viel historischer Kenntnis, nnd
nicht minderer Akkurateste geschrieben, und wer
Sitzfleisch genug hat, Kleinigkeiten ohne einzu-
schlafen lefen zu können, dem wird seine darauf
gewendete Mühe sehr reichlich belohnt werden,
durch die Aufschlüsse aller Art, so man durch
die Lekcür dieses Buches in die damaligen Kabk-
netker von Nom, Frankreich, Spanien und
Savoyen erhalt. -- Die angehangten Noten
find sehr lehrreich, und geradeso, wie ich sie
mir zu den Briefen des Junius wünschte; das
heißt, sie wachen die Leser mir denen im Text
Ee 4 selbst
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