Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

Seite: 442
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777d/0456
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
gebenheiken, als auch der Lehrsätze und Mey-
nungen, für den abenteurlichsten und das
menschliche Geschlecht encehrenderr Roman
sn;usehen, ist gut angelegt, und mit vie-
ler Einsicht in die Natur der Seele und
Kenmniß der Denkungsart der Feinde der
Religion ausgeführet. Der Verfasser dieser
Briefe wird von einem scheinheiligen Betrü-
ger zu Ausschweifungen verführt, laße sich
von einem Priester des Unglaubens in den
Geheimnissen der Gottlosigkeit einweyhen,
kommt alsdann in das Harrs tugendhafter
Ehegatten, die ihm in seinem verwässeren
Zustande alle Arten von Wohlthaten erzei-
gen , und gegen welchen der Mann so viel
Großmuth zeigt daß er ihn als feinen Ver-
trauten behandelt» In seiner Abwesenheit
sucht er den Umgang mit der Frau seines
Freundes, so wie die Philosophen nach der
neusten Mode zu nutzen. Er faßt den Vor-
satz , die Wahrheit der christlichen Religion
cms ihrem Verstands zu vertilgen, und die
Tugend aus ihrem Herzen zu reissen. Schritt
vor Schrit nähert er sich der zu erobernden
Festung, bringt alles, was man nur bey Ver-
führung eines Frauenzimmers brauchen kann,
wider die geossenbarte und natürliche Reli-
gion an, welche die Dame nicht selten mit
starkem Massen bestreitet, endlich aber sich
doch ins Verderben stürzen laßt. Das
erste
loading ...