Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

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stellung dessen sind, was in einer späteren Ver-
fassung deutlicher offenbaret ist, als darauf, wie
das altere immer eine Vorbereitung eine Grund-
lage des folgenden geworden. Er sieht also
mehr auf die Ähnlichkeit, und hat um solche
sichtbar zu machen, nicht allein eine jegliche Pe-
riode kurz betrachtet sondern die Parallele jedes-
mal hinzugeseßt. Und diese Parallele hat er
bis auf die Zeiten der Reformation fortgesührek.
Er versteht durch eine symbolische Offenbarung
diejenigen Handlungen und zusammengesetzten
Begebenheiten, welche von der göttlichen Vor-
sehung dergestalt geordnet worden, daß durch die
Begebenheiten dasjenige sinnlich vorgestellt wird,
was mündliche Offenbarungen würklich ausge-
druckt haben. Er nimmt folgende vier Satze
als eine Grundlage der Religion an, welche vom
Anfang der Welt bis ans Ende das einugc Mit-
tel ist, durch welches Golt seine Absichten bey
den Menschen erreicht: nehmlich: Gott hat den
Menschen zum Genuß eines fortdaurenden glück-
seligen Zustandes bestimmt; der Mensch wird
durch gewisse Umstände, welche Gott nicht vers
anstaltet aber doch zulaßt, in einen unglücklichen
Zustand versetzt; Gott selbst wird ein Gegenmit-
tel veranstalten, durch welches jene eingeführte
Unglückseligkeit aufaehoben wird; der Mensch
muß die>e göttliche Veranstaltung in ihrem gan-
zen Umfange bewilligen. In diesen göttlichen
Veranstaltungen und also in! der Religion muß
etwas sinnliches feyn, das dem gegenwärtigen
Zu-
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