Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

Seite: 38
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777e/0054
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
66-2! als die vornehmste Grundrecht der Her-
menevtik vertheidigre. Dec Haß gegen dieses
Buch gründete sich vornemlich ans dem falschen
Verdacht, daß der Verfasser des 6raökalus
'^keoloAicoch'OtMcj (Spinosa) auä) das gegen-
wärtige geschrieben harre. Es kam heraus zu
Llsvrtieropoli, ^o. 1666. in 4. Bey diesen
Anfechtungen war es kein Wunder, daß es den
Vorrheil erhielte, sogleich in die französische und
holländische Sprache übersetzt zn werden. Sein
Fehler, den Gemler zu verbessert sucht, ist der,
daß sein Hauptsatz der Hermenevtik sich auf
den modernen Sprachgebrauch und auf die
moderne Art zu denken gründet; da es sich viel-
mehr aus die Geschichte gründen soll, welche
uns die Worte und Sähe einer alten Schrift
aus dem Geist ihrer damaligen Zeit und dama-
liger Menschen samt ihrer Sprache erklären
müste. Von den Verbesserungen, die Hr. D.
Scmler macht, wollen wir nur eine ansühren,
p. 20g. wo er den Satz des Autors, daß die
Schrift dunkel sey, folgendermassen einlenkt:
„ Es gäbe zwar viele dunkle Stellen, histori-
rische, geographische, antiquarische, mythologi-
sche und solche Dunkelheiten, welche die älteste
Bildersprache und spruchreiche Poesie mit sich
führt: aber diese Dinge wären nicht für alle
geschrieben. Das aber, was zum heilsamen
Unterricht gehöre, sey jedermann deutlich genug.
Eben so wenig bewiese auch die Uneinigkeit der
Ausleger dw Dunkelheit einer Schrift. Denn,
wenn
loading ...