Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

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ren. Die Landeshauptleute zahlten die Contri-
burio rei, nicht in die Görzische Kasse, und wur-
Len öfters von Generalen gezwungen, solche
auf erschlichene Königliche Parnculierorders her-
zugeben. Die Admirale behielten die Priesen,
und sorgten für den Schutz der Zölle so nachläs-
sig, daß diese, anstatt 600,000 Thalr. Sil«
bermün; nur i oo, ooo Thlr. einbrachten. Die
Kopfsteuer betrug anstatt der ausgeschriebenen
ZOO,OOO Thlr. nur 250,002 Lhlr., und der
zu freygebige Könrg ließ sich überreden, die vom
Görz auf 40,000 Thlr. eingeschränkte Regis
nientökasse, bis auf 120,000 zu erhöhen.
Görz ermüdete demohngeacbtet nicht, sondern
er beschloß vielmehr, die Reicheren zu zwingen,
der Krone ihr Geld vorzufchiessen, und über-
haupt die Last der Steuern vom ärmern Theile
der Nation auf die Kaufleute und Handwerker,
die allein von dem Kriege Vortheile zogen, zu
bringen. Er war gleich bey der ersteren nähe-
ren Bekanntschaft mit der Verfassung des
Reichs enschlossen, den König mit feinen Fein-
den auszusöhnen, und mußte, um des Königs
Zutrauen so sehr zu gewinnen, daß er seinen Eis
geusiun und Stolz brechen konnte, ihm alle
Mittel zur Fortsetzung des Krieges verschaffen.
Er mußte ferner glückliche und sehr aufgebrachte
Feinde nicht nur besänftigen, sondern auch in
die Verfassung fetzen, daß sie einen Then thres
Voctheils aufopferten. Vergeblich wandte er
sich an den Herzog Regent, den sein eigenes In-
te reffe
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