Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

Seite: 67
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777e/0083
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Gedanken des ungenannten Vers. (der, wie
aus einigen Stellen erhellet, ein Schweitzer ist)
schon im Jahr 1766. zu Ende gebracht worden,
ob sie schon erst im jetzigen Jahr gedruckt erschei-
nen. Der erste Theil enthält Gründe für die
Sterblichkeit der Seele und deren Widerlegung,
und eben dieser Theil har dem Recensencen am
besten gefallen. Die wichtigsten widerlegteir
Gründe für die Sterblichkeit der Seele sind fol-
gende: i) Die Denkungskraft wächst mit der
Kraft des Körpers, also wird sie auch mir Zer-
störung desselben aufhören. 2) Geistreiche
Getränke machen uns fähiger zum Denken und
meistern die Denkungskraft. z) Alle Gedan-
ken kommen zuletzt von den Sinnen oder vom
Körper. 4) Schlaf und Krankheit des Kör-
pers hat gleichen Erfolg in der Seele. Be-
sonders Schwäche des Alters giebk auch der
Seele Schwachheit. 5) Unsere Seele fängt
erst an mir dem Leibe zu denken, also ist sie vor-
her nicht gewesen, sondern eine Eigenschaft des
Leibes. 6) Was angefangen hak, das wird
mit Vermurhung nicht unendliche Dauer ha-
ben. Verschiedene Widerlegungsgründe gegen
die Materialisten sind zwar nicht allemal tref-
fend genug; im ganzen aber hat der Verf. doch
gezeigt, daß er ein guter spekulativer Kopf sey°
Z. E. S- heißt es: „Warum denkt der
Mensch beynahe, je vollkommner der Körper
ist, desto weniger." Hier dürfte aber der Ma-
terialist antworten, das Denken ist nicht eine
E 2 Eigers
loading ...