Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

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thäuö einer Unwahrheit zu beschuldigen, gesche-
hen wäre. Der Sinn ist nach beyden Lesarten
unläugbar derselbe, nur die Art ihn auszudru-
cken, verschieden. Warum aber sollen auch
Matthäus und der Prophet in Absicht der Ma-
nier des Ausdrucks genau miteinander überein-
stimmen? Matthäus, vertraut mir dem alten
Orakel seiner Nation, cikirt es (denn Matthäi
Glosse ist es, für den Leser hingesezre Erläute-
rung der Antwort des Snnedriums, nicht Ant-
wort der Priester selbst an Herodes) wie es ihm
beyfällr, unbekümmert, mit welchen Worten
gerade der Prophet die Weissagung ausgespro-
chen hatte. Daß aber die Jrala und einige an-
dere Übersetzungen und Patres Matthäi Les-
art beym Propheten haben, das, dünketuns,
läßt sich eher (und der Hr. V. thin es selbst
S- lr8- 158. und 220.) aus absichtlichen Ver-
änderungen erklären, als zu einigem Naä cheil
wider den Masorechtschen Text anwenden. Eine
eigne ^Bemerkung des Herrn D- S. 20. ist:
die Zeitperioden bestimmenden Zahlen in der
Bibel wären nach einem gewissen System ge-
formt. Ueberall käme die Cabbalistische Zahl
7. vor. Die jüdische Geschichte von Abraham
an, begreife 4. Perioden, und jede endi/e sich
mir ?O. Iahrwochen, 490 Jahren. 2) lieber
Hebräifck)e Handfcbrlfcen. Die gewöhnlis
chen Kennzeichen des Alkers einer Handschrift
sind sehr willkührlich. Selbst das von der Mas
sorahergenornmne entscheidet in den meisten Fal-
ten
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