Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

Page: 111
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeines_kritisches_archiv1777e/0127
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
11 l

gen Durchblatterung diese Briefe misflelen, so
wiederstanden sie mir jetzt, da die Lesung dersel-
ben Studium ward, völlig, und ich hatte alles
kalte Blut und Sitzfleisch des Necensenten nör
thig, um sie nicht, mit dem erstrn Bogen wie-
der wegwerfcn zu müssen. Ob ich Recht oder
Unrecht hatte, mögen mente Leser dann, wenn
sie diese unpartheyische Anzeige gelesen haben,
entscheiden, — Ihr Verfasser wählt die Maske
des niederträchtigen Sacherjuden; ahmet hie
und da das gebrochene Teulsch desselben, und
seine geradebrechte Floskeln hebräischer Sprache
nach, um dadurch Lachen zu erregen. Mich
deucht dem Mann von Geschmack und Delikatesse
muß dies nicht allein nicht lächerlich, sondern
noch oben ein rebuttant seyn. Der elende Jar-
gon des Schacherjuden, der an mir seinen Reb-
bes zu machen gedenkt: sein unsaubrer zerlumpter
Rock, sein ungekämteö Haar und straubigter
Barr; sein Odem, der Lauch und Zwiebeln düs-
tet — können diese bey mir, wenn ich nicht je-
den Ansprach auf auf Delikatesse und Lebensart
aufgeben will, können diese bey mir angenehme
Empfindungen und Lachen erregen ? — Ich sollte
nicht denken, wol aber erwecken sie Eckel, Wi-
derwillen, und wenn ich nicht ganz ohne mensch-
liches Gefühl bin, Mitleid und Erbarmen.
Denn dieser Jude würde nicht schachern, er
würde keinen RebbeS an mir machen wollen,
sein Rock würde nicht unsauber und zerlumpt,
sein Haar nicht ungekämmt, sein Bart nicht
strau-
loading ...