Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 13.1888

Seite: 273
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BEMERKUNGEN ZUM ÄLTESTEN KUNSTHANDWERK
AUF GRIECHISCHEM BODEN.

1. Zu den Grabanlagen bei Halikarnass.
Zu den interessanten Funden des Herrn W. R. Paton,wel-
che dieser mit dankenswerter Schnelligkeit bekannt gemacht
hat1, hatte ich bereits im vorigen September einige Bemer-
kungen eingeschickt, welche ich dann zurückzog, um das Be-
kanntwerden der Winterfellen Untersuchungen in Karien ab-
zuwarten. Auch jetzt scheint es mir nicht überflüssig, so-
wohl einige Folgerungen, welche sich unmittelbar aus Herrn
Paton’s Fundbericht ergeben, mehr als bisher geschehen ist2
zu betonen, als auch die verschiedenen Beziehungen, welche
diese Funde zeigen, etwas eingehender zu verfolgen. Zunächst
folgt aus der Grabanlage, dass der Stamm, welchem die
Nekropole angehörte 1) seine Gräber als Familien- beziehungs-
weise Geschlechtsheiligtum betrachtete 2) die Sitte hatte, seine
Toten zu verbrennen, an welcher er auch dann noch hart-
näckig festhielt, als er unter irgend welchen Einflüssen
Grabformen annahm, die eigentlich für feuerlose Bestattung
erfunden waren. Dieser Entwicklungsgang lässt sich noch
mit völliger Deutlichkeit erkennen. Daraus, dass wegen der
Gleichartigkeit des Inhalts die verschiedenen Gräber nahezu
gleichzeitig sein müssen, lässt sich nicht der Ein wand her-
1 Journal of hellenic sludies VIII S. 66 ff.
2 Von Furtwängler’s Vortrag in der Sitzung der Berliner Archäol. Ge-
sellschaft vom November vorigen Jahres kenne ich allerdings nur den kur-
zen Bericht in der Wochenschrift für classische Philologie.
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