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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

DOI issue:
Heft 4
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Körte, Alfred: Kleinasiatische Studien, 6
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https://doi.org/10.11588/diglit.39818#0409

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KLEINASIATISCHE STUDIEN. VI.

399

5 Άγρει τούτον επ’ δρσο θοη χερί
τον βολε(τ)ισ[Λ0ν,
τευτάσσων' δώσει γαρ έπήτρι-
ρ,α, τοϊσι φερείω.
Die Schrift ist sorgfältig; mit ihren etwas gezierten Formen
—-Eund H mit frei sch wehendem Querstrich. P mit Schnecken-
windung — gleicht sie der des Avidius Quietus- Briefes am
Zeustempel 1, ist aber nicht ganz so fein und gleichmässig.
Voraussichtlich gehört der Stein dem zweiten Jahrhundert
nach Chr. an.
Den achten Buchstaben der Z. 6 hielt ich, als ich im
Oktober 1893 den Stein hei strömendem Regen absehrieb, für
ein etwas beschädigtes Σ. Bei einem zweiten Besuch des Or-
tes im Juni 1895 fand ich die Platte zwar noch am alten Platz,
aber zum Abtrittstein zimehauen. Das Loch halte den zweifei-
haften Buchstaben verschlungen, und einer der umherliegen-
den Splitter enthielt zwar die drei folgenden Buchstaben,aber
gerade auf dem wichtigen hatte der Steinhauer seinen Meissei
angesetzt. Da ich hei der ersten Abschrift die Worte zum Teil
nicht verstand, möchte ich mir lieber einen Lesefehler Zu-
trauen als dem Dichter oder Schreiber die Form βολεσισαόν
aufdrängen.
Das Orakel hat der Priester Demetrios des Arkesilaos Sohn
durch einen gefälligen Gott erteilen lassen, damit er Priester
des Ktistes , wol über die gesetzliche Zeit hinaus, bleiben
könne. Wer als Gründer der Stadt verehrt wurde, können wir
nicht sagen, denn in dem Artikel Άζανοί des Stepbanos von
Byzanz, der uns allein über Sagen der Stadt berichtet, wer-
den zwei mythische Gründer genannt. Stepbanos cilirt für
die Form Αίζανοί2 sLatt Άζανοί eine Stelle Herodians (έν πρώτζ)
1 Vgl. die facsimilirte Probe in der Festschrift für Benndorf S. 213 Fig. 1.
2 Diese Form herrscht ausschliesslich in den Urkunden und Münzen der
Stadt, aber der zur Zeit der asianischen Kalenderreform aratirende άρχιε-
ρεΰς -ης Ασίας heisst nur auf dem Stein von Apameia Αΐζεανίτης, auf dem
von Priene M. .1. /. 1899 S. 289 Z. 31 und 79 ’Αζανίτης bezw. ’Αζεανείτης,
das Schwanken des Namens ist also alt.
 
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