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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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Weber, Georg: Erythrai
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https://doi.org/10.11588/diglit.41307#0114
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G. WEBER

Smyrna. Wie bei allen direkt am Meere liegenden jonischen
Städten sind die meisten Ruinen geplündert worden ; noch vor
dreissig Jahren wurden sie planmässig von Unternehmern aus-
gebeutet. Durch Weinberg-Anlagen sind in neuerer Zeit sogar
die Fundamente zum Teil vom Boden verschwunden. Dessen-
ungeachtet ist die Stadtmauer in ihrem ganzen Umfange klar
zu verfolgen. Meistens sind nur 2 bis 5 Quaderschichten an
der einen oder der anderen Fassade erhalten, doch stehen
an manchen Stellen noch Mauerstücke bis zu 5 m Höhe auf-
recht. Ich beginne die Beschreibung im Süden bei dem Hafen.
Die erste Strecke, vom Meere bis zum Fusse der Anhöhe,
ist vollständig verschwunden; nur Überreste einer byzantini-
schen Mauer von 1 m Dicke sind noch vorhanden. Auf der
Anhöhe, da wo eine spätere Wasserleitung die Ringmauer
durchbrach, ist der Boden mit einem Ruinen-Komplex bedeckt,
dessen Plan nicht mehr klar zu ermitteln ist. Soviel ist sicher,
dass ein byzantinischer Bau vorliegt aus älterem, mit Kalk
verbundenem Steinmaterial; eine kleine Apsis mit einer Neben-
kammer konnte ich feststellen. Erst 10 m östlich von diesem
Punkte finden sich in situ Spuren der alten Stadtmauer. Es
sind zwei Schichten von schönen Trachytquadern, die untere
0,42 m, die obere 0,50 m hoch. Die Länge der Blöcke wech-
selt zwischen 0,72 m und 1,18 m, ihre Dicke beträgt 0,50 m.
Die schmalen Bindersteine sind 0,38 m breit und haben eine
Tiefe von 1 m. Die Stoss- und Lagerfugen der Blöcke sind
glatt bearbeitet und passen genau aneinander, ihre Aussenseite
ist bossiert, jedoch ohne Randbeschlag. Der Kern besteht aus
gewöhnlichen Bruchsteinen, die mit Lehm oder Erde verbunden
sind. Die Breite der Mauer beträgt auf dieser Südseite durch-
schnittlich 4,80 m.
Die Mauer folgt dann in nordöstlicher Richtung dem Rücken
des sanft ansteigenden Hügelzuges. Die der Stadt zugekehrte
Fassade ist fast überall bis in die Fundamente abgetragen,
doch konnte ich an wenigen Stellen immer dieselbe Breite
feststellen. Bei A steht von der Aussenwand ein sechs Schich-
ten hohes Stück aufrecht, interessant durch den einspringenden
Winkel in der dritten Schicht von unten, der sich nur im Nord-
westen der Stadtmauer noch einmal findet. Weiterhin, bei B,
 
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