Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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PAROS II

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dig mitgeteilt wurde, unweit der Kirche der Panagia Septem-
briani, am Wege von Marmara nach Tschipiclo gefunden wor-
den. Alles weitere, auch der Name der Gottheit, muss zunächst
im Dunkel bleiben1.
Unter der türkischen Herrschaft galt als bester Hafen von
Paros der Hafen von Trio, der südlich der Marmarabucht ge-
legen in einem Ritt von eindreiviertel Stunden von Tschipido
aus erreicht wird. Er diente der Flotte des Kapudan-Pascha
als Flottenstation. Die Strandebene ist hier nur sehr schmal.
Der Hafen aber hat die Vorzüge sicheren Schutzes vor Win-
den (gegen Nord-, West- und Ostwinde schützt ihn der Kör-
per der Insel Paros selbst, gegen südliche Winde die breit vor
ihm gelegene Insel Trio) und der bequemen Wasserversorgung,
denn dicht am Strand, gerade da, wo das kleine, den Hafen
in zwei fast gleiche Teile teilende Kap Trio vorspringt, findet
sich eine stattliche, das ganze Jahr hindurch mit reichlichem
Wasser fliessende Quelle. Die ganze Gegend ist heute das
Eigentum eines einzigen Mannes, der dicht bei der Ansatz-
stelle des Vorgebirges ein stattliches, von Gärten umgebenes
Haus aufgeführt hat. Etwa 400 m östlich von diesem Haus, rund
200 m vom Meer entfernt, bei einem vierstämmigen Feigen-
baum, wurden mir die Fundamente eines runden hellenischen
Wachtturmes von etwa 8 '/2 m Durchmesser gezeigt; dicht
daneben unter dem Feigenbaum sollen noch weitere Funda-
mente liegen. Einige Meter weiter südöstlich, näher dem Meer,
steht Poros in einer niedrigen Bank an — nach den Spuren
von Bearbeitung vielleicht ein Steinbruch. Dieser Befund be-
weist, dass der Hafen von Trio auch im Altertum benutzt wor-
den ist. Bestätigt wird diese Annahme durch die umfangreichen
Einarbeitungen, die sich auf beiden Seiten des schmalen Kaps
Trio finden. Es sind wiederum Felskanäle, wie wir sie bei
Naussa gefunden haben, nur verlaufen sie hier sämtlich senk-
recht zur Uferlinie. Die Kanäle sind durchschnittlich im breit;
ich beobachtete auf dem kurzen Felsvorsprung eine ganze An-

1 Von der von Löwy a. a. O. S. 186 Anm. 109 angemerkten Tradition, dass
die Felder in der Umgebung der Panagia Septembriani als Stätte eines alten
Artemisheiligtums gelten, ist mir nichts zu Ohren gekommen.
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