Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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O. RUBENSOHN

auf der oberen und unteren Fläche, die ^beweisen, dass der
Cippus aus einer Säulentrommel hergerichtet ist. Höhe 0,56 m,
Durchmesser 0,24 m. 39 cm unter dem oberen Rande steht in
grosser, unregelmässiger Schrift, die aber vielleicht noch vor-
römisch ist, άβατον. Der Stein stand also einstmals am Ein-
gang eines jener kleinen Heiligtümer, wie sie sich überall in
Griechenland in den Städten und auf dem Lande fanden. Wel-
cher Art das Heiligtum gewesen ist, ob ein dem Zeus Katai-
bates geweihtes, wie es deren nachweislich auf Paros gabt,
oder ob es einer anderen Gottheit gehörte, können wir nicht
wissen. Wie die Ausgrabungen Hillers von Gärtringen auf Thera
erwiesen haben, können Steine mit der Inschrift οίβατον auch
von Grabmälern herrühren, eine Möglichkeit, die bei unserem
Stein kaum in Betracht kommt.
In dem dicht an das Feld anstossenden Weingarten des
Konstantinos Patellis sind in eine Cisterne eine ganze Anzahl
Steine mit antiker Bearbeitung verbaut, darunter auch eine
fragmentierte Grabinschrift (Trapeza): . . τριας, und neben der
Cisterne am Boden lag ausser den Fragmenten einer grossen
Marmorschüssel u. a. eine weitere Inschriftbasis aus weissem
parischem Marmor (Länge 0,45 m, Höhe 0,22 m, Dicke 0,36 m).
Der Block auf der Standfläche abgestossen, hinten rauh bear-
beitet, linke und vordere Seite geglättet, rechte als Anschluss-
fläche gearbeitet, an welche also ein zweiter Block anstiess. In
der Mitte der Oberseite eine rechteckige Einarbeitung zum Ein-
lassen einer Stele oder sonstigen Weihung. Auf der Vorderseite,
deren oberer Rand stark bestossen ist, stehen zwei Inschriften.
Die eine, in der Mitte der Vorderseite, am oberen Rand (Buchsta-
benhöhe 2 cm) lautet
ΝΕΣΤΟΣ
1 Inschrift von Krispi etwa 1 St. von Parikia entfernt am Nordfuss des Kuna-
dosberges bei der Kirche Παναγίας Κοίμησις gefunden. Nach Hiller von Gaer-
tringens Angaben: Basis, hinten gebrochen. H. 0,405m, Br. 0,50m, T. 0,57m.
R. u. 1. rauhe Seitenfläche, Vorderseite geglättet. Auf der Oberseite Einarbeitung
(0.25X0.085 m) zur Aufnahme einer Stele (die fragmentiert neben der Basis gefun-
den wurde) und davor die Inschrift:
δ 1 mm
K A TAI////////! ΕΩ

also : Δι[ός] Καται[βάτ]εω.
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