Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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DIE AUSGRABUNGEN AM WESTABHANGE. V.

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Varia.
1. Weibliche Statuette aus Alabaster, H. 11,5 cm (Fig. 17).
Füsse abgebrochen. Eine Frau in langem dorischem Chiton
steht ruhig da mit kaum bewegtem rechtem Bein. Um ihr Haupt
ist ein langer faltenreicher Mantel gelegt, der ihren ganzen
Rücken bedeckt und bis zu den Füssen herabhing. Darüber
trägt sie ein Diadem und eine Mauerkrone. Die rechte Hand
ist abgebrochen; die Stütze für sie erkennt man noch am
rechten Oberschenkel. In der linken Hand hält sie einen


Fig. 17.
Gegenstand, der sich vorn in zwei Stücke teilt, deren vordere
Enden abgebrochen sind. Ihn als ein Ährenbündel aufzufassen,
verbietet seine Grösse. Der Oberkörper der Frau ist hohl, die
Höhlung oben innerhalb der Mauerkrone durch einen Alabaster-
stöpsel geschlossen ; im Rücken etwa in Schulterblatthöhe ist
eine runde Öffnung. Mund und Brüste sind durchbohrt und
stehen mit der Höhlung in Verbindung. Vermittelst der Öffnung
hinten sollte offenbar durch Mund und Brüste ein Flüssigkeits-
strahl getrieben werden. Man wird in der Frau wohl ein Tyche
erkennen dürfen, wenn auch die für sie allein charakteristi-
schen Attribute fehlen. Verwandt wurde die Statuette vielleicht
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