Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

Page: 352
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1901/0362
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
352

K. G. VOLLMOELLER

Die Höhe der Buchstaben ist 0,033 m. Ein Facsimile giebt
Kuruniotis «Έφημ. άρχ.» 1899 S. 227 (vgl. «Έφημ. αρχ.» 1897
S. 160, άρ. 12 <Γ).
Das mit C bezeichnete Stück (Taf. XIII) hat die Form einer
hohen mit Deckel verschlossenen Lade, die auf einem fuss-
schemelartig geschweiften Untersatz steht. Die Maasse des letz-
teren sind: 0,19 hoch, 0,90 breit, 0,60 m tief, die der Truhe
entsprechend : 0,93 zu 0,76 zu 0,45 m. Die Deckelplatte misst
bei einer Dicke von 0,07 m 0,79 in der Breite und 0,51 in der
Tiefe, springt also um je 15 mm an den Seiten vor und ladet
nach vorn mit der sorgfältig gerundeten Kante um 60 mm aus.
Der Untersatz ist aus einer besonderen Marmorplatte herge-
richtet. Er hat die charakteristische Form einer Fussbank, wie
sie uns die Vasenbilder vor Betten und Sesseln zeigen. Die
beiden nach der Ecke gekehrten Seiten sind (wie bei der Lade
selbst) nur roh zugerichtet, die vordere Seite ist zwischen den
vorspringenden geschwungenen Füssen nach innen abgeschrägt,
die rechte ist mit zwei Rosetten und einer zwischen ihnen auf-
schiessenden Ranke dekoriert. Das Modell zu unserer Lade
finden wir auf zahlreichen Vasendarstellungen wieder ', alle
nach denselben einfachen Grundsätzen gebaut und alle mit
derselben dekorativen Einteilung der Seiten : vier Eckpfosten
dienen als Träger und Füsse der Lade; zwischen sie ist der
Boden derselben so eingelassen, dass er in einiger Höhe über
der Erde liegt und so vor Feuchtigkeit geschützt ist. Zwischen
die Pfosten sind die Seitenwände eingefügt, und ein Deckel
schliesst die immer nach oben zu öffnende Lade ab. In unse-
rem Fall misst das unten freistehend zu denkende Stück der
Eckpfosten 0,21 m. Hier ist die Füllung des unteren Rau-
mes durch das Material bedingt, aber der Handwerker hat
seine Absicht deutlich zu erkennen gegeben, indem er hier
die Füsse stark hervortreten lässt, während sie nach oben
zu nur durch Ritzung angedeutet sind; auf jeder Seite der
Eckpfosten laufen drei nur zum Teil wirklich vertiefte Kanne-
luren, unten sind auf den freien Seiten (im ganzen vier) einzeln

1 Mon. ined. d. J. IV, 23 ; III, 49 ; Millingen, p. d. v. Taf. 42 ; Overbeck, her.
Bildw. X, 8 ; Gerhard, A. V. Taf. 301.
loading ...