Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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39§

W. KOLBE

B. Regelung des Ersatzbaues,
vή ες εξαίρετοι.
Durch die niedrige Altersgrenze der Schiffe wurden fort-
während Neubauten notwendig gemacht, wenn man die Flotte
auf gleicher Höhe erhalten wollte. Bei einem Bestände von
300 Trieren mussten nach dem oben berechneten Durchschnitt
zum mindesten jährlich 15 Schiffe vom Stapel laufen, ohne
dass dadurch eine Verstärkung der Marine erzielt worden wäre.
Das bedeutete eine starke Belastung der staatlichen Finanzen.
Nun lehren uns freilich die Marineurkunden, dass man den
eigentlichen Ersatzbau gern auf die Schultern der Trierarchen
abwälzte. Sobald nämlich ein Kapitän, dessen Schiff seeun-
tüchtig in den Hafen zurückkehrte oder zu Grunde gegangen
war, nicht vor Gericht nachweisen konnte, dass es ohne sein
Verschulden im Unwetter oder sonstwie Schaden genommen
habe, fielen ihm die Kosten der Reparatur oder des Ersatz-
baues zur Last. Aber selbst wenn die Geschworenen zu einem
freisprechenden Erkenntnis kamen (εδοξεν εν τω δικαστηρίω την
ναϋν κατά χειμώνα διαφδαρήναι oder κατά πόλεμον άχρηστον γενέ-
σθαι), wenn also der Staat nach dem Richterspruch den Verlust
zu tragen hatte,—-selbst dann haben die opferwilligen Bürger
Athens sich oft genug bereit erklärt, für die Einstellung einer
neuen Triere Sorge tragen zu wollen (οΐδε των τριηράρχων των
επιδόντων τάς τριήρεις κτλ.).
Aber alle private Thätigkeit, freiwillige und erzwungene,
reichte nicht aus, um den Bedürfnissen zu genügen. Der Staat
konnte sich der Aufgabe den Ersatzbau mit Regelmässigkeit
zu betreiben, damit die Flotte wenigstens in der alten Stärke
erhalten blieb, nicht entziehen, geschweige denn dass ohne sein
Eingreifen eine Erhöhung des Schiffsbestandes hätte stattfin-
den können. Eine Novelle zum Flottengesetz hat im IV. Jhdt.
hierfür feste Normen aufgestellt. Keil ist es gewesen, der
mit glücklichem Auge erkannt hat, dass mit dem früher nicht
verstandenen δε in Aristoteles' Worten και ποιείται (ή βουλή)
καινάς δε τετρήρεις ή τριήρεις, όποτέρας αν ό δήμος χειροτόνηση
(3Αθ. πολ. 46), die Höhe der jährlichen Schiffsbauten angege-
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