Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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Η. ν. PROTT UND W. KOLBE, DIE INSCHRIFTEN

einzelnen Namen verschieden gross ist, damit die Kolumne auch
bei kürzeren Namen vollkommen bis zum Ende ausgefüllt wird
(vgl. oben S. 108). Innerhalb dieses gemeinsamen Prinzips ist die
Ausführung im einzelnen verschieden. So bilden z. R bei Nr. i 5 i
wie bei J.v.P. II 570 die Namen der Väter eine Kolumne für
sich, und bei Nr. 156 hat der Steinmetz die Namen der Epheben
wie die der Väter ungefähr στοιχηδόν, aber mit unregelmässigem
Abstand zwischen diesen beiden Kolumnen, gesetzt, indem er
die eine von links, die andere von rechts zu schreiben begann.
Der Schriftcharakter ist im wesentlichen der gleiche und weist
in die Zeit 150—50 vor Chr.
145. Rechte obere Ecke einer mindestens 0,065 dicken Platte
blauen Marmors, 0,12 hoch, 0,22 breit; BPI 0,01; ZA 0,015 Ge-
funden an der Burgstrasse, jetzt im Marktmuseum. Abschrift
von Kolbe.
Έπι πρύτανεως κ]αι ιερέως Κρατίππου τοΰ
.π]α ι δ ο ν ο μ ο ΰντων δέ
.ου και Αθηναίου τοΰ
.οιδε ενεκρίθησαν ? ] εις τούς εφήβου-
5 ς. εν ι] αυτόν

Die Inschrift bietet uns einen der seltenen Fälle, wo der Pry-
tan. der eponyme Beamte von Pergamon (vgl. J.v.P. II S. 207),
zugleich ein Priesteramt bekleidete und infolgedessen beide Titel
aufgeführt werden (vgl. J.v.P. II 258,'323). Da es sich aber
um die Datierung einer Ephebenliste handelt, sind auch Beamte
des Gymnasions genannt. Die Institution der Paidonomen scheint
in Kleinasien weitere Verbreitung gehabt zu haben. Was ihre
Zahl anlangt, so beweist CIG 2715 für Stratonikeia die Existenz
nur eines Paidonomen, während es in Magnesia deren mehrere
gegeben haben muss (Inschriften von Magnesia 98). Aus der
Grösse der Lücke in unserem Texte können wir mit Sicherheit
den Schluss ziehen, dass in Pergamon zwei Paidonomen bestellt
wurden (vgl. J.v.P. II 465 und die auf Seite S. 13 mit neuen
Ergänzungen abgedruckte Inschrift CIG II 3551).
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