Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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DER ARCHAISCHE FRIEDHOF AM STADTBERGE VON THERA 245
in der rückwärtigen Lage der Thür mit der Opfergrube davor.
Auch das hufeisenförmige, aussen von graclen Wänden
umschlossene Kuppelgrab 4 ist nach kretischen Gräbern
zu ergänzen (a. a. 0. S. 290 ff.); doch war es regelmässiger ge-
wölbt, während bei jenen die Wände sich durch Vorkragen
der Steine nähern und flach überdeckt sind. Vollständig ent-
spricht die ovale Kuppel, welche über dem Pithos 85 erbaut
war; nur dass diese keine Kammer, sondern eine vervoll-
kommnete Packung darstellte. Gleicher Form war das grössere
Grab 53, dessen Wände incless bis zum Ansatz der Steinwöl-
bung in den Schiefer geschnitten sind, und wahrscheinlich auch
das Grab 115.
Zwischenformen zwischen den runden und den vierecki-
gen Gräbern stellen 10 und 39 dar. Beide hat man den Boden-
verhältnissen angepasst, 10 in der Weise, dass man nicht Rück-
und Südwand senkrecht in den Schiefer schnitt, sondern eine
einheitliche, leicht gewölbte Bogenwand herstellte und verklei-
dete, 39 so, dass man keine Südwand baute, sondern Vorder-
und Rückwand einander in leichter Curve bis auf Thürbreite
nähern liess : die Südhälfte des Grabes entspricht den grösse-
ren von den hufeisenförmigen kretischen Gräbern.
Die kleinen, unterhalb und zwischen grossen Felsblöcken er-
bauten Kämmerchen 102 a, 108 und m sind eine Mittel-
form zwischen der geschützt angelegten Steinpackung und der
gemauerten Kammer. Bei dem Pithos 83, der unter einen Fels-
block geschoben ist, lässt sich kaum sagen, ob er dort verpackt
oder eingemauert war. Die viereckigen Packungen von 71 und
93 leiten ebenfalls zu den Kammern über. Eine ähnliche Zwi-
schenform stellt die erwähnte Kuppel über dem Pithos 85 dar.
Von den 9 grösseren Anlagen unter den zugeschüt-
teten Gräbern lehnen sich drei an vorhandene Terrassen-
mauern an (69, 84, 90); 69 besitzt auch nach vorn eine starke
Stützmauer — falls die Reste der zerstörten Anlage so zu ver-
stehen sind. Kleine hintere Stützmauern sind eigens erbaut für
103, 117, 126; der Schiefer endlich ist zu senkrechten Wänden
abgeschnitten bei 70, 71 und 113. Bei 70 sind Reste einer vor-
deren Stützmauer erhalten ; 113 ist ein grosses, tief eingeschnit-
tenes Grab, über welches der Ausgrabungsbericht zu vergleichen
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