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DIE GRIECHISCHE BÜHNE
bleibt, und dass die Vorschriften Vitruvs über das griechische
Theater seiner Zeit noch jetzt ohne jeden Beweis auf das ältere
griechische Theater bezogen werden, muss sogar als entschie-
dener Rückschritt bezeichnet werden. Der neue Theatertypus,
den Puchstein auf solchen Grundlagen erfindet und allen grie-
chischen Theaterruinen trotz ihres Widerspruches aufzwingt,
kann unmöglich einen dauernden Platz in der Entwicklungs-
reihe der Theatertypen einnehmen.
Ich leugne durchaus nicht, dass das Puchsteinsche Buch
manche wichtige und wertvolle Beobachtung enthält und auch
die Theaterforschung auf mehreren Einzelgebieten fördert, aber
den Grundgedanken des Buches halte ich für gänzlich verfehlt.
«Sollte das Ergebnis meiner Arbeit», so sagt Puchstein selbst
auf S. 3, «gänzlich falsch sein, um so besser für die neue
Theorie, dann darf vielleicht die Wissenschaft das Bühnen-
problem ad acta legen». Ich glaube bewiesen zu haben, dass
das Ergebnis in der Tat falsch ist, und hoffe mit Puchstein,
dass damit das Bühnenproblem, soweit es sich um das griechi-
sche Theater handelt, wirklich erledigt ist.
Wilhelm Dörpfeld
Pergamon, Oktober 1903.
DIE GRIECHISCHE BÜHNE
bleibt, und dass die Vorschriften Vitruvs über das griechische
Theater seiner Zeit noch jetzt ohne jeden Beweis auf das ältere
griechische Theater bezogen werden, muss sogar als entschie-
dener Rückschritt bezeichnet werden. Der neue Theatertypus,
den Puchstein auf solchen Grundlagen erfindet und allen grie-
chischen Theaterruinen trotz ihres Widerspruches aufzwingt,
kann unmöglich einen dauernden Platz in der Entwicklungs-
reihe der Theatertypen einnehmen.
Ich leugne durchaus nicht, dass das Puchsteinsche Buch
manche wichtige und wertvolle Beobachtung enthält und auch
die Theaterforschung auf mehreren Einzelgebieten fördert, aber
den Grundgedanken des Buches halte ich für gänzlich verfehlt.
«Sollte das Ergebnis meiner Arbeit», so sagt Puchstein selbst
auf S. 3, «gänzlich falsch sein, um so besser für die neue
Theorie, dann darf vielleicht die Wissenschaft das Bühnen-
problem ad acta legen». Ich glaube bewiesen zu haben, dass
das Ergebnis in der Tat falsch ist, und hoffe mit Puchstein,
dass damit das Bühnenproblem, soweit es sich um das griechi-
sche Theater handelt, wirklich erledigt ist.
Wilhelm Dörpfeld
Pergamon, Oktober 1903.


