Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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L. D. CASKEY

1. Die erhaltenen Fragmente der Rechnung
und ihre Reihenfolge.
Nach der Gleichheit des Marmors sowie der Buchstaben
in Stil, Grösse und Abständen, sind längst vier Fragmente
von Stelen als Teile einer langen Urkunde erkannt worden,
die von der Arbeit am Erechtheion während eines Jahres be-
richtet ä Kolbe (AM. XXVI 1901,229) möchte dazu das Bruch-
stück Jahn-Michaelis 28 f., Frickenhaus (a. a.O. 14) auch IG.
I 326 fügen, aber beide stammen von einer anderen Hand.
Das Datum der Inschrift ist gesichert: denn der Inhalt er-
weist sie als älter denn die andere grosse Rechuungsurkuude
J.M. 28 (von Kolbe, a. a. O. 225 ins Jahr 408/7 datiert) und
jünger als den Commissionsbericht J.M. 22, der in die erste
Prytanie von 409/8 fällt. Folglich muss unsere Urkunde die
Rechnung dieses selben Jahres 409/8 sein (so auch Fricken-
haus, a. a. O. 1 4).
Nach ihrem Inhalt hat Michaelis (AM. XIV 1 889, 359 ff.)
überzeugend die Reihenfolge der vier Fragmente feststellen
können. An erster Stelle steht J.M. 24, das die Versetzung
von Friesblöcken behandelt. Die hier verzeichnete Arbeit
muss in eine der früheren Prytanien des Jahres gehören,
denn es ist bekannt, dass bei der Wiederaufnahme des Baus
(J. 409) die Mauern mit dem Epistyl vollendet waren, mit
Ausnahme einer Anzahl von Blöcken bei der SW-Ecke
(AJA. XII 1908, 186). Als die Commissare ihren Bericht ver-
fassten, hatten sie schon drei Friesblöcke versetzen lassend
J.M. 25, 1-9 wird die Fortsetzung der Arbeit am Friese ver-
zeichnet; also gehört dieses Fragment an die zweite Stelle.
Darauf folgt J.M. 26, das die Versetzung von Geisa (col. I)
und Giebelblöckeu (col. II) behandelt. Die Reihe schliesst
mit J.M. 27, in dem hauptsächlich Arbeiten an Decke und

' Jahn-Michaelis (—J.M.), Arx Athenarum, App. epigr. 24- 27= IG.
I 321. Suppt 321, 1 (p. 148). 2 (p. 149), p. 75.
J.M. 22, col. I 40. Vgl. Frickenhaus, a. a. O. 14. Wir hätten AJA.
XII 1908, 185 A. 1 erwähnen sollen, dass Michaelis (AM. XIV 1 898, 357)
und Frickenhaus diese Stelle schon richtig gedeutet hatten.
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