Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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O. WEINREICH

Dass in Zauber und Beschwörung das Wort des Kultes
und Gebetes wiederkehrt, ist nicht befremdlich; ihre For-
men lassen sich nicht trennen, weil sie zusammengehören
wie Schatten und Licht (sagen wir, weil wir uns von der
Gewöhnung, den Zauber als Affen des Kults zu betrachten,
noch immer nicht frei gemacht haben). Im Pariser Zauber-
papyrus wird Selene angerufen έπήκοε l, und auch an anderen
Stellen dieses und des Berliner Papyrus wird die Geneigtheit
des Gottes verlangt2.
Mehr als diese Quellen3 lehren die Inschriften, weil
sie für den herrschenden Kultbrauch besseren Aufschluss
geben. Da sie die notwendige Voraussetzung der folgenden
Ausführungen bilden, sei die Liste der Inschriften, die mir
bekannt sind, vorgelegt4.

1 Wessely, Denkschr. d. Wiener Akad. 36, 1888 v. 2270 f. In der Hesych-
glosse ουρανία α’ίξ ist der Satz έπήκοος δέ έστιν αυτή wolil als Parenthese
hinter das folgende Σελήνη zu rücken.
2 Die Stellen hat Drexler 361 f. (vgl. die folgende Anm.) gesammelt.
Par. Pap. 238 f: δεΰρό μοι δτις θεός έπήκοός μοι γενοϋ, δχι χοΰχο θέλει καί
έπιχάσσει αχχωρ αχχοιρ. 948 ff.: ΐλαθί μοι προπάχωρ καί σθένος αΰχός όπά-
ζοις έχε συνεσταμένον κύριε, καί έπήκοός μοι γενοΰ δι’ ής πράσσω σήμερον
αύθοψίας. Berl. Pap. ed. Parthey 254: εάν έπιχάξω ύμΐν εγώ ό δείνα, όπως
έπήκοοί μοι γένησθε.
3 Hesych s. ν. Άφροδίχη und Schöll-Studemund, Anecd. I 265 f. sind
vor den jeweiligen Inschriften unter Aphrodite und Zeus eingereiht. Her-
werdens Angabe (Lexicon Graecum suppletorium 947) 'έπήκοος Dianae
cognomen in Samothracia, Paus. X 28, 3’ kann ich nicht rectifizieren.
4 Seit der letzten Zusammenstellung von Drexler, Fleckeisens Jahr-
bücher 1892, 361 ff.; 841; 1894, 330 und den Nachträgen von Jessen, Pauly-
Wissowa, Realencycl. V 2731 f. hat sich das Material erheblich vermehrt.
Ich wiederhole auch die hier nachgewiesenen Beispiele (Drexlers Beiträge
werden nur mit der Seitenzahl zitiert, da ein Missverständnis nicht ent-
stehen kann), aus sachlichen Gründen und um Hinweise auf neuere Lite-
ratur hinzuzufügen. Ein* vor der Nummer der Inschrift deutet an, dass
έπήκοος ganz ergänzt ist. Mit a, b, c u.s.w. sind die Inschriften bezeichnet,
in denen nicht έπήκοος, sondern eine der andern Formen, εΰάκοος u. a.
stehen. Abkürzungen (ausser den selbstverständlichen): AEM — Archaeolo-
gisch-epigraphische Mitteilungen aus Oesterreich; Cagnat, IGRR.=Cagnat,
Inscriptiones Graecae ad res Romanas pertinentes; Latyschew, IOSPE.-
Latyschew, Inscriptiones orae septentrionalis Ponti Euxini; REG.= Revue
des Etudes Grecques. Von Dobruskys wichtigen Materiaux d’archeol. en
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