Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

Page: 250
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1912/0266
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
250

W. DORPFELD.

I. DIE BAUWERKE

über können daher nur vorläufige sein und werden sicher-
lich später erweitert und auch berichtigt werden.
Die Beobachtung, dass einige Sitzstufen des Theaters
in ihrer ursprünglichen Lage geblieben sind,· während be-
nachbarte Steine eine starke Senkung aufweisen (eine Tat-
sache, die auf den Bildern Perg. 1908 und 1913-1915 deut-
lich zu erkennen ist), Hess uns vermuten, dass unter den
gut erhaltenen Sitzen Reste eines älteren Baues als feste
Unterlage erhalten seien, während die anderen Sitze auf
angeschütteter Erde lagerten und daher sinken mussten.
Nachgrabungen ergaben bald, dass in der Tat mehrere ältere
Mauern unter dem Zuschauerraum noch aufrecht stehen und
für einige Sitzstufen als Fundament gedient haben. Auf dem
Plane Tafel XVI sind diese Mauern, soweit wir sie freige-
legt haben, ganz schwarz, soweit wir sie ergänzen durften,
mit Kreuzschraffur gezeichnet. Als sich zeigte, dass wir darin
eine ältere, noch etwas anders orientierte nördliche Grenz-
mauer des Bezirks und zugleich ein Stück der anstossenden
Ostmauer erkennen mussten, gruben wir nach Süden wei-
ter und fanden nicht nur die südliche Fortsetzung der Ost-
mauer, sondern auch ein grosses Stück einer südlichen
Mauer, die neben und unter dem Stylobat der Siidstoa
liegt und sich auch nach Osten ausserhalb des alten Be-
zirks fortsetzt. Welche Bedeutung diese Mauer hat, ist
noch unklar.
Die nördliche Grenze des älteren Bezirks besteht aus
zwei parallelen Mauern von je 0,80 m Stärke, die einen Zwi-
schenraum von 0,65 zwischen sich lassen. Die nördliche äus-
sere Mauer ist eine Stützmauer gegen den noch hoch an-
stehenden Tuff und hat nur eine südliche Fassade, die
innere Mauer ist beiderseits gut bearbeitet, stand also frei.
Beide sind aus kleineren, teils rechteckigen, teils polygona-
len Trachytsteinen erbaut und zeigen eine schon bei den
älteren Altären beobachtete eigentümliche rauhe Bearbei-
tung der sichtbaren Flächen, wie sie in ähnlicher Weise
bei der ältesten Ringmauer der Akropolis vorkommt. Der
Zwischenraum der beiden Mauern ist am östlichen Ende
durch eine kurze Mauer aus, viel kleineren Steinbrocken
loading ...