Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1910-1911

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hölzern, die Pupillen sind graviert, der Nasenrücken breit
und kantig; die Oberlippe etwas stark gebogen, die Form
des Gesichts, von vorne gesehen, ein volles Oval. Der Kopf
scheint im Anschluss an ein Werk des V. Jahrh., etwa poly-
kletischer Schule, gearbeitet zu sein und könnte zur Statue
einer Kore gehört haben.—Ein dritter weiblicher Kopf wurde
oben auf der Terrasse gefunden und zeigt unter einer Melo-
nenfrisur conventionelle Züge; auf Stirn und Haar ist er arg
zerstossen. Phot.1973.—Bei den Sitzstufen lag der Kopf eines
Jünglings, am Hals gebrochen; der Kopf war in lebendiger
Bewegung leicht nach rechts gewandt. Eine kleine Stelle
auf der Stirn lässt noch erkennen, dass die Arbeit recht gut
war, und es ist zu bedauern, dass die Erhaltung nicht bes-
ser ist; denn die Züge zeigen deutliche Verwandtschaft mit
denen der Attaliden. Im kurzgelockten Haar lag ein Kranz,
dessen flach angegebene Unterlage an beiden Seiten ab-
wechselnd von Löchern zur Befestigung begleitet ist. Höhe
0,20 m. Phot. 1977.
Der Torso eines weich nach links zurückgelehnten
Jünglings mag einem Dionysos angehört haben (Höhe
0,35 m); er stammt aus dem Demeter-Keller; Arme und Beine
waren angesetzt, der Kopf ist abgebrochen. Die Chlamys
fiel hinten herab — die ganze Rückseite ist roh gearbeitet —
und ist über der rechten Brust zusammengeknöpft. In den
Falten fanden sich reichliche Spuren von hellvioletter Farbe
(Phot. 1979).
Die Vorderseite eines kleinen gebrochenen Altares,
Höhe 0,32 m, ist mit einem Relief geziert: Zeus, in recht
schöner Bewegung, hält auf dem rechten abgebeugten Arm
den Adler; Körper und das bärtige Gesicht sind von vorn
gesehen; auf der linken Schulter liegt von hinten her ein
Mantelzipfel, der Mantel schlingt sich um den linken Unter-
arm, die Hand hält das grosse Scepter; unter der Hand läuft
der Bruch. Phot. 1974.
Um von den späten Marmorschranken der Siidstoa
eine Vorstellung zu geben, wird ein neu gefundenes Frag-
ment abgebildet (Abb. 9); die Amphora in ‘Mohnranken’,
der Krater in Weinreben eingeschlossen zeigen noch deut-
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