Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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S. LOESCHCICE. V. TSCHANDARLI

Stempel befindet, die somit besser als Marken zu bezeich-
nen sind:
1. Sohlenstempel—nur die 1. Hälfte erhalten—auf einem
Fragment einer sehr grossen, vom Boden bis zum Rand
erhaltenen Schüssel; ferner auf einem dicken Bodensplit-
ter die Zehen eines anderen Sohlenstempels.
2. Palmetten Stempel, der aus einer grossen und zwei
daneben gesetzten kleinen Palmetten besteht, auf dem
stark glänzenden Bodenstück einer grossen Schüssel der
jüngeren Form, Abb. 6, 7.
3 a. Marke in Form zweier concentriscli in einander ge-
setzter Zahnräder, auf dem Bodenfragment einer gros-
sen Schüssel.
3 b. Marke in Form eines Zahnrades, Abb. 6,1.
3c. Dieselbe Marke, ornamental mehrmals zwischen
die beiden das Centrum umziehenden Rillen gesetzt; die
Bodenmitte ist fortgebrochen.
3 d. Marke in Form dreier concentrischer Kreise,
in derselben Anordnung wie beim vorigen Stempel,
Abb. 6, 9; drei Fragmente, bei denen aber stets die Bo-
denmitte fehlt, sodass es fraglich bleibt, ob auch sie
eine Marke trug.
Ausser diesen Stempeln beobachtete ich noch drei wei-
tere späte Stempel: zwei Sandalenstempel auf Typus 27 und
einen Rosettenstempel auf Typus 28.
Interessant ist, dass somit in Tschandarli im Laufe der
Zeit nicht nur Technik und Formen sich wandeln, sondern
auch die Mode des Signierens der Töpferware. Denn un-
zweifelhaft werden die Namensstempel durch die
Markenstempel verdrängt. Auch hierin geht also die
Sigillata von Tschandarli eng zusammen mit den sonstigen
Sigillaten. Für die Datierung der Producte von Tschan-
darli ist nun ein Vergleich ihrer Stempelformen z. B. mit
den augusteischen Formen in Haltern von Wichtigkeit.
Die jüngsten Halterner Typen sind wiederum die
ältesten der Ware von Tschandarli; denn von den
360 bis zum Jahre 1910 in Haltern gefundenen Stempeln auf
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